Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz
Treffen mit Drittländern

Erstes Asien-Auropa-Seminar zum Thema Gesundheits- und Pflanzenschutznormen (SPS) und Ernährungssicherheit

11-11-2015 / 12-11-2015

Die Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (GD SANTE) veranstaltete zusammen mit dem Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) und dem luxemburgischen EU-Ratsvorsitz am 11. und 12. November 2015 in Brüssel ein zweitägiges Seminar zu Gesundheits- und Pflanzenschutznormen (Sanitary and Phytosanitary Standards – SPS) und Ernährungssicherheitsfragen. Das Ziel dieses Seminars bestand darin, die Zusammenarbeit und Koordinierung mit den ASEM-Ländern hinsichtlich wissenschaftlicher und technischer Aspekte der Ernährungssicherheit zu fördern. Der Ernährungssicherheit im Handelsverkehr, insbesondere in einer globalisierten Welt, zwischen der Europäischen Union und den asiatischen Ländern wurde große Bedeutung beigemessen.

Diese Veranstaltung stellt einen Meilenstein für den Asien-Europa-Dialog dar, da es sich um das erste gemeinsame Seminar zu diesem Thema seit der Gründung des Asia-Europe Meeting (ASEM) vor zwanzig Jahren handelt. Das Hauptinteresse der Diskussionen lag auf der Zusammenführung einer großen Anzahl von Teilnehmern aus rund 50 Ländern Asiens und Europas, von der Europäischen Kommission, vom Europäischen Parlament sowie auch nach Brüssel entsendeter diplomatischer Vertreter.

Der luxemburgische Landwirtschaftsminister, Fernand Etgen, erklärte, dass es die Priorität des Ratsvorsitzes sei, die Ernährungsfragen auf der politischen Agenda voranzubringen. „Wir sollten uns auf die Lebensmittelqualität, die Entwicklung der Lebensmittelnormen und den besten Handelsverkehr in diesem Bereich konzentrieren“, sagte er.

In ihrem Beitrag erwähnte Karin Kadenbach, Mitglied des Europäischen Parlaments, das Recht aller Verbraucher auf Ernährungssicherheit und Rückverfolgbarkeit und dankte der Kommission und dem luxemburgischen Ratsvorsitz für eine starke Beteiligung in diesem Bereich. Herbert Dorfmann, ebenfalls Mitglied des Europäischen Parlaments, erklärte, dass es sich bei der Ernährungssicherheit um ein globales Anliegen handele, das sowohl für die europäischen als auch die asiatischen Länder von zentralem Interesse sei.

Ladislav Miko, der stellvertretende Generaldirektor der GD SANTE, erinnerte daran, dass die Europäische Union weltweit die höchsten Standards für Ernährungssicherheit habe. Ihre Lebensmittelgesetzgebung diene anderen Ländern als beispielhafter Maßstab zur Festlegung internationaler Standards. Die Kommission erklärte ihre Bereitschaft, mit den ASEM-Ländern an der Verbesserung der Zusammenarbeit und an der Harmonisierung der Gesetzgebungen zu arbeiten. Die europäische Politik wolle ein hohes Niveau der menschlichen Gesundheit im Hinblick auf die Lebensmittelindustrie sicherstellen.  Ladislav Miko erklärte außerdem, dass seine Direktion daran interessiert sei, eine technische Zusammenarbeit mit den asiatischen Ländern auf diesem Gebiet zu etablieren. Er forderte die Handelspartner ausdrücklich dazu auf, die EU als eigenständige Einheit und nicht als 28 Mitgliedstaaten zu erachten.

Das ASEM ist das zentrale Forum für den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Asien und Europa. Es bietet eine stabile Plattform für die Partnerschaft, zur Förderung des politischen Dialogs und zur Stärkung der wirtschaftlichen Kooperation sowie zur Zusammenarbeit in verschiedenen anderen Bereichen. Es wurde im Jahr 1996 gegründet und zählt gegenwärtig 51 Partnerländer sowie das ASEAN-Sekretariat und die Europäische Union. Das ASEM umfasst mit rund 60 % des weltweiten BIP, der Weltbevölkerung und des Welthandels praktisch ganz Asien und Europa. Im Jahr 2016 wird die Mongolei den Gipfel für den 20. Jahrestag des ASEM ausrichten.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 12-11-2015