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Konferenz zur frühen Kindheit des luxemburgischen Ratsvorsitzes - Der zweite Tag war der Mehrsprachigkeit, der Rolle der Eltern und den Arbeitsbedingungen von Erziehern gewidmet

11-09-2015

Eine Diskussionsrunde während der Konferenz zur frühen Kindheit
(c) Ministère de l'Education nationale / Jean-Marc Wagner
Der luxemburgische Ratsvorsitz veranstaltete am 10. und 11. September 2015 eine Konferenz zur Vielfalt und Mehrsprachigkeit in der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung. 

Am zweiten Tag wurden die Ergebnisse mehrerer Arbeitsgruppen präsentiert. Im Anschluss folgte eine Expertendiskussion. Dabei wurden verschiedene Probleme benannt, wie die Notwendigkeit, andere Sprachen und Kulturen aufzuwerten und in die Lehrpläne aufzunehmen oder auch die Muttersprache von Zuwandererkindern anzuerkennen und zu fördern, da dies die Kommunikation mit den Eltern verbessern und das Selbstvertrauen der Kinder stärken könne. Die Teilnehmer waren sich darüber einig, dass die Mehrsprachigkeit eine Chance sei, die immer mehr geschätzt werde, während sich die Einsprachigkeit als Handicap erweisen werde. 

Bei der Rolle und vor allem bei der Notwendigkeit und Legitimität der Beurteilung des Kindes ("assessment" auf Englisch) waren die Meinungen der Teilnehmer hingegen gespalten.

Weitere Arbeitsgruppen widmeten sich der Einbindung der Eltern in die Bildung, der Förderung eines mehrsprachigen Umfeldes sowie den Arbeitsbedingungen der Erzieher. Diesbezüglich bemängelten mehrere Teilnehmer den „schlechten Status“ des Erzieherberufes und riefen dazu auf, diesen „attraktiver“ zu gestalten. Andere wiederum kritisierten die Tatsache, dass die Erzieher zu viele Kinder betreuen müssen, was eine wirklich mehrsprachige Erziehung verhindere.

Bei der Beziehung zwischen Erziehern und Eltern rief der Präsident der Europäischen Elternvereinigung (EPA), Johannes Theiner, zu einer wirklichen Partnerschaft und einer geteilten Verantwortung auf. Er ging davon aus, dass die Eltern die wichtigsten Erzieher mit Vorbildfunktion seien und mehr eingebunden werden müssten.

Sophie Beernaerts der Gruppe "Schule und Lehrer, Mehrsprachigkeit" der Generaldirektion für Bildung und Kultur der Europäischen Kommission hob hervor, dass die Vorschulerziehung eine Chance für die soziale Integration darstelle. Beim Rat für "Bildung, Jugend, Kultur und Sport" am 23. November 2015, werden die Kommission und der Ratsvorsitz die Schlussfolgerungen dieser Konferenz vorlegen, erklärte die Verantwortliche der Kommission.

Sie fügte hinzu, dass die Kommission den bestehenden Qualitätsrahmen für frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung in Erinnerung rufen werde. Dieser wurde im Oktober 2014 in Athen präsentiert. „Es handelt sich um eine solide Basis, auf der man eine gemeinsame Überlegung aufbauen und den Dialog auf nationaler und lokaler Ebene aufnehmen und erleichtern kann, denn dieser Rahmen zeigt die unterschiedlichen, zu berücksichtigenden Dimensionen auf", erklärt sie. Sophie Beernaerts unterstrich die Tatsache, dass dieser Qualitätsrahmen nicht die Vereinheitlichung zum Ziel habe, sondern dass es sich um einen unverbindlichen Rahmen handele, der auf den Austausch bewährter Praktiken zwischen den Mitgliedsstaaten abziele.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 14-09-2015