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Treffen der Generaldirektoren für die Berufsausbildung in Luxemburg

16-11-2015 / 17-11-2015

Claude Meisch in Luxemburg, am 16. November 2015
© MEN
Am 16. und 17. November 2015 fand in Luxemburg die Versammlung der Generaldirektoren für die Berufsausbildung im Rahmen des luxemburgischen Vorsitzes des Rates der Europäischen Union statt.

Der Minister für Bildung, Kinder und Jugend, Claude Meisch, wies zunächst auf den komplexen und schwierigen internationalen Kontext bezüglich des Schicksals von Flüchtlingen hin. Claude Meisch zufolge gehe es darum, eine humanitäre Katastrophe erheblichen Ausmaßes zu verhindern, indem alle Länder der Europäischen Union zusammenarbeiten. Wie die Arbeit der Europäischen Stiftung für Berufsbildung (European Traning Fondation - ETF) in den Nachbarländern der EU zeigt, leisten die Berufsausbildung und die Bildung im Allgemeinen einen aktiven und nachhaltigen Beitrag zur Integration und zum sozialen Frieden unserer Gesellschaften.

Ein Arbeitsseminar der Generaldirektoren war dieser Problematik gewidmet. Hierbei wurde betont, wie wichtig es sei, flexiblere Mittel und Wege für die Anerkennung und Validierung der Ausbildungstitel neuer Ankömmlinge zu finden. In diesem Zusammenhang sei das Erlernen der Sprachen des Aufnahmelands von ebenso hoher Bedeutung. Die Teilnehmer hoben hervor, wie wichtig die europäische Zusammenarbeit in diesem Punkt sei, die mittels einer europäischen Plattform für den Austausch bewährter Praktiken unterstützt werden könne. Ziel sei es, den Migranten durch spezielle unterstützende Programme eine Chance in der aufnehmenden Gesellschaft zu bieten, und dabei jegliche Segregationstendenzen zu verhindern.

Die Forderung nach unterstützenden Maßnahmen für Gleichberechtigung, sozialen Zusammenhalt und einer aktiven Bürgerschaft stellt eines der vier strategischen Ziele der europäischen Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung dar (ET2020). Sämtliche Maßnahmen dienen einer Verbesserung der Grundkompetenzen (Sprachen, Naturwissenschaften und Mathematik) bestimmter jugendlicher Zielgruppen, aber auch Erwachsener, um die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen deutlich zu verringern, die Schulabbrecherquote zu reduzieren und die Anzahl an Bildungsabschlüssen zu erhöhen.

Die Professorin Tanya Sammut-Bonnici von der Universität Malta stellte die Auswirkungen einer Wirtschaft des Teilens und des Internets der Dinge auf das Humankapital und die notwendigen beruflichen Kompetenzen vor. Vertreter des IT-Managementzentrums für Bildung (CGIE) in Luxemburg und des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung stellten die Infrastruktur in den Berufsschulen im Hinblick auf pädagogische Innovationen sowie ein deutsches Pilotprojekt mit dem Titel „VET 4.0“ vor, das neue Strukturen für die Berufsausbildung vorschlägt, innerhalb derer virtuelle Lernmodelle und die Kombination unterschiedlicher Bildungsräume sowie hybride Ausbildungsformen integriert werden.

Es herrscht in der Tat ein Mangel an ausgebildeten IT-Fachkräften, ein Bereich, der gerade dabei ist, unsere Welt zu revolutionieren, wenn man bedenkt, dass Schätzungen zufolge im Jahr 2020 25 Milliarden „Smartgeräte“ mit dem Internet verbunden sein und unterschiedliche Aspekte unseres Lebens bestimmen werden. In diesem Zusammenhang sind hochentwickelte Kompetenzen im Bereich der Informationstechnologie und vor allem im Bereich Programmierung von wesentlicher Bedeutung, damit Europa wettbewerbsfähig bleibt. Andererseits wiesen die Sozialpartner auf die Herausforderung hin, die Selbstständigkeit zu fördern, und zwar durch das Angebot entsprechender Modelle für soziale Sicherheit.

Auf die Versammlung der Generaldirektoren folgte eine Konferenz mit dem Namen „Youth and VET: reach out and move!“ am 17. und 18. November. Zu diesem Anlass kamen Experten aus allen Mitgliedstaaten zusammen. Die Experten hoben unter anderem die Möglichkeit einer Kooperation mit Jugendsozialarbeitern hervor, die oftmals einen direkteren Zugang zu benachteiligten Jugendlichen oder Jugendlichen in Schwierigkeiten hätten. Es gehe vor allem darum, das notwendige Vertrauen zwischen den verschiedenen Integrationsarbeitern aufzubauen und effiziente Wege zu finden, um Jugendlichen fit für den Arbeitsmarkt machen zu können.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 26-11-2015