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European Data Forum 2015 – Nach Ansicht von Marc Hansen „hat Europa die einzigartige Gelegenheit, in die Entwicklung von HPC-Technologien und Big Data zu investieren, um die Wettbewerbsfähigkeit seiner Forschung und Industrie zu gewährleisten

17-11-2015

Am 16. und 17. November 2015 findet im Rahmen des luxemburgischen EU-Ratsvorsitzes in Luxemburg das „European Data Forum 2015“ statt. Dieses jährliche Treffen der Industrie, Forschung, öffentlicher Behörden und gemeinschaftlicher Initiativen, das sich den Herausforderungen in Verbindung mit den Big Data und der Datenwirtschaft widmet, hat sich die Beantwortung der folgenden Frage zum Ziel gesetzt: „Wie ist eine erfolgreiche Datenintegration als Wettbewerbsvorteil in einem europäischen digitalen Binnenmarkt möglich?“

Marc Hansen, Staatssekretär für Hochschulwesen und Forschung, eröffnete den zweiten Tag dieser Konferenz mit Günther Oettinger, dem EU-Kommissar für digitale Wirtschaft.

European Data Forum 2015 - Marc Hansen am 17. November 2015
„Luxemburg erkennt in seiner Eigenschaft als Ratsvorsitz die Bedeutung von Forschung und Innovation als wesentliche Wachstumsmotoren, die einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen leisten, in vollem Umfang an“, betonte Marc Hansen einleitend. „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass Ressourcen und Infrastrukturen, ob nun physisch oder virtuell, eine entscheidende Rolle in der Forschungs- und Innovationslandschaft spielen“, führte der Staatssekretär unter Hinweis auf Big Data, Datenwirtschaft und Cloud-Computing weiter aus. Seiner Ansicht nach besteht die Herausforderung darin, in Erfahrung zu bringen, wie die bestehenden Infrastrukturen auf effizientere Weise genutzt werden können und welche neuen Infrastrukturen zukünftig erforderlich sein könnten. Es sollte geprüft werden, welche Ressourcen in Europa benötigt werden, damit die Industrie auf internationaler Ebene konkurrenzfähig ist, fügte Marc Hansen hinzu.

Der Staatssekretär präsentierte die von Luxemburg in Kommunikationsnetze und Datenzentren sowie auch in Forschungstätigkeiten im Bereich des Hochleistungsrechnens (High performance computing, HPC) getätigten Investitionen. „Europa hat die einzigartige Gelegenheit, jetzt zu handeln und in die Entwicklung und den Einsatz von HPC-Technologien, Big Data und Anwendungen zu investieren, um die Wettbewerbsfähigkeit seiner Forschung und Industrie auf globaler Ebene zu gewährleisten“, meinte er. Hierbei handele es sich um ein Bemühen, zu dem Luxemburg einen Beitrag leisten möchte, mit dem Ziel, Exzellenz sowohl im Bereich HPC-Dienstleistungen und -Anwendungen als auch in der Forschung zu erreichen. Diese Initiative fügt sich in die HPC-Strategie der Kommission ein, so Marc Hansen.

Die Regierung habe ferner die Initiative ergriffen, ein wichtiges Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse (Important Project of Common European Interest, IPCEI) in Bezug auf Anwendungen, die HPC und Big Data nutzen, ins Leben zu rufen. Nach Auffassung von Marc Hansen wird dieses Projekt Europa seinen Zielen näherbringen, die darin bestehen „die industrielle Souveränität Europas in Bezug auf wichtige HPC-Technologien zu gewährleisten, die Entwicklung neuer HPC-Anwendungsmöglichkeiten durch die Industrie zu unterstützen und Zugang zu Weltklasse-HPC-Anlagen für die öffentliche und private Forschung zu garantieren“. Angesichts der erforderlichen Investitionen für die Entwicklung dieses Projekts, das auf Technologie, Infrastrukturen und Großanwendungen (engl. „large scale applications“) basieren wird, beabsichtigt Luxemburg, auf europäische Kofinanzierungen zurückzugreifen und sich bei diesem Vorhaben, an dem sich möglicherweise auch Spanien beteiligen wird, Italien und Frankreich anzuschließen.

Nach Ansicht von Günther Oettinger besteht die Herausforderung darin, die digitalen Möglichkeiten von heute in einen strategischen Vorteil für europäische Unternehmen zu verwandeln

European Data Forum 2015 - Günther Oettinger am 17. November 2015
„Wir befinden uns inmitten einer regelrechten Revolution – der vierten industriellen Revolution“, erklärte seinerseits Günther Oettinger einleitend. Diese digitale Revolution, die gerade im Gange ist, basiere auf Vernetzung und Kommunikation, auf einem „Internet der Dinge“, dessen großes Potenzial der EU-Kommissar hervorhob.

In dieser sogenannten Revolution „Industrie 4.0“ gelte es vor allem die Technologie der Datenanalyse zu meistern. Günther Oettinger ist der Auffassung: „Unsere Aufgabe ist es, darauf zu achten, dass alle Industriesektoren bestmöglich von neuen Technologien Gebrauch machen und dass ihr Übergang zu digitalen Produkten und Verfahren gelingt“. Seiner Ansicht nach besteht die Herausforderung darin, die digitalen Möglichkeiten von heute in einen strategischen Vorteil für europäische Unternehmen zu verwandeln.

„Wir müssen vor allem datenbasierte Wertschöpfungsketten schaffen“, denn hierbei handelt es sich um ein wesentliches Element, das es Europa ermöglicht, wettbewerbsfähig zu bleiben, bekräftigte Günther Oettinger, der „eine maximale Ausschöpfung der in den Daten enthaltenen Informationen zugunsten von Unternehmen und Verbrauchern“ anstrebt.

Um dies zu erreichen, erklärte Günther Oettinger, ist es als Erstes erforderlich, der Industrie, insbesondere den KMU, und den Forschungszentren den Zugang zu den digitalen Infrastrukturen zu erleichtern. Zweitens, so der EU-Kommissar, brauche es einen Zugang zu Daten von guter Qualität. Er betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung frei verfügbarer Daten („Open Data“), die wiederverwendet werden könnten. Drittens braucht es einen Regulierungsansatz, der die aufstrebende Datenwirtschaft unterstützt, erklärte Günther Oettinger unter Hinweis darauf, wie wichtig es sei, die erforderliche Rechtssicherheit für die Entwicklung des Datenverkehrs zu gewährleisten. Als Viertes sind qualifizierte Arbeitskräfte nötig, die in der Lage sind, zur digitalen Transformation beizutragen und von dieser zu profitieren, betonte der EU-Kommissar. Zuletzt gilt es, den Transformationsprozess zu meistern, meinte Günther Oettinger abschließend, der die Auffassung vertritt, dass die neuen Ökosysteme und eine neue Mentalität gefördert werden müssten.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 17-11-2015