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Krise im Milchsektor – Fernand Etgen plädiert für „eine europäische Lösung, die sich auf eine starke Solidarität unter den Staaten und unter allen europäischen Erzeugern stützt“

01-09-2015

Der Minister für Landwirtschaft, Weinbau und Verbraucherschutz Fernand Etgen bei der Pressekonferenz am 1. September 2015
Am 1. September 2015 hielt Fernand Etgen, der luxemburgische Minister für Landwirtschaft, Weinbau und Verbraucherschutz, der derzeit den Vorsitz im Rat "Landwirtschaft" der EU inne hat, nach einem Treffen mit luxemburgischen Milcherzeugern, Agrargewerkschaften und Molkereien eine Pressekonferenz.

Wir sind uns darüber einig, dass mehrere Agrarsektoren vor großen Schwierigkeiten stehen“, erklärte der Minister und nannte den Milchsektor und den Schweinefleischsektor. Die Krise des Milchsektors sei ihm zufolge auf ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren zurückzuführen: das russische Embargo gegen europäische Nahrungsmittelprodukte, eine hinter den Erwartungen zurück bleibende chinesische Nachfrage und der Anstieg der Milchproduktion in Europa sowie in Ländern wie Neuseeland und Australien.

Um dieser Krise zu begegnen, berief der luxemburgische EU-Ratsvorsitz für den 7. September 2015 eine außerordentliche Sitzung des Rates "Landwirtschaft" ein. „Wir benötigen eine europäische Lösung, die sich auf eine starke Solidarität unter den Staaten und unter allen europäischen Erzeugern stützt“, erklärte der Minister. „Es ist zu früh, um konkrete Maßnahmen anzukündigen“, führte er fort, um dann zu präzisieren, dass der luxemburgische Ratsvorsitz „sein Möglichstes“ tun werde, damit vom Rat am 7. September „ein klares Signal“ ausgehe.

„Wir werden versuchen, mit der Kommission und den Mitgliedstaaten sowohl politisch als auch fachlich zu einem Konsens zu gelangen“, erklärte der Minister. Die Kommission, der diesbezüglich das Initiativrecht zukommt, muss ein Maßnahmenpaket vorschlagen. Fernand Etgen geht es vor allem darum, kurz- und langfristige Lösungen zu finden, um der europäischen Landwirtschaft mehr „Gleichgewicht“, „Stabilität“ und „Planungssicherheit“ zu garantieren.

Fernand Etgen schloss die Annahme einer Wiedereinführung von Milchquoten aus.Seiner Ansicht nach müsse dem Einsatz von Marktinstrumenten, die in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) vorgesehen sind, Aufmerksamkeit geschenkt werden. „Die Landwirte wollen nicht zwangsläufig viele Subventionen, sondern einen fairen Milchpreis, der es ihnen ermöglicht, ihre Produktionskosten zu decken“, schloss der Minister, der eine solche Forderung als „legitim“ erachtet.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 02-09-2015