Bildung, Jugend, Kultur und Sport
Informelles Ministertreffen

Informelles Treffen der EU-Minister für Sport – Die Minister appellieren an die Welt des Sports, auf die „Einhaltung der Grundsätze der Ethik und Integrität des Sports auf allen Ebenen“ zu achten

06-07-2015 / 07-07-2015

Romain Schneider, Minister für Sport, in der Pressekonferenz nach dem informellen Treffen der Minister für Sport am 7. Juli 2015
© eu2015lu.eu / Charles Caratini
Die EU-Minister für Sport kamen am 6. und 7. Juli 2015 in Luxemburg zu einem informellen Treffen zusammen, bei dem es um die Vertretung der EU in der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), die Beziehungen der EU zur Sportbewegung sowie die Beziehungen zum Europarat in Bezug auf Sportangelegenheiten ging.

Am Ende des Treffens zeigte sich der luxemburgische Minister für Sport, Romain Schneider, „sehr zufrieden“ mit dem Verlauf der beiden Tage der Reflexionen und Debatten über Themen, die der luxemburgische Ratsvorsitz zur Erörterung bei diesem Treffen der Minister ausgewählt hatte.

Zusammen mit dem EU-Kommissar für Sport, Tibor Navracsics, wollte der luxemburgische Ratsvorsitz die „positiven“ Aspekte des Sports herausstellen. „Sport ist in erster Linie eine Aktivität, die Wohlbefinden erzeugt, Bindungen schafft, Kontakte zwischen Personen knüpft, Arbeitsplätze schafft und den sozialen Zusammenhalt fördert “, erläuterte Romain Schneider. „Dieses positive Bild des Sports möchte der Ratsvorsitz in den kommenden sechs Monaten herausstellen“, fügte er noch hinzu.

Vertretung und Koordination der EU im WADA-Stiftungsrat

Die EU-Minister für Sport wiesen darauf hin, es sei wichtig, die Rolle der EU in der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zu stärken. „Alle von den Ministern vorgebrachten Vorschläge zielen auf eine Stärkung der Rolle der EU innerhalb dieser internationalen Organisation ab, die so wichtig für die Ethik des Sports und die Gesundheit der Athleten ist“, betonte Romain Schneider. Der Ratsvorsitz strebt die Verabschiedung von Schlussfolgerungen an, die eine Verbesserung der EU-Vertretung und des Koordinationsprozesses zwischen den Mitgliedstaaten bei der Ratssitzung der Minister für Sport am 24. November 2015 ermöglichen.

Zur Erläuterung: Der Stiftungsrat als oberstes Entscheidungsorgan der WADA besteht aus 38 Mitgliedern, die sich paritätisch aus Sportbewegung und Regierungsinstitutionen zusammensetzen. Europa ist dort mit 5 Sitzen von den 18 Sitzen der öffentlichen Behörden vertreten. Drei Sitze besitzt die EU, zwei der Europarat. Die drei Vertreter der EU sind derzeit der Minister Romain Schneider, für das Trio des amtierenden Ratsvorsitzes, Chris Agius, Staatssekretär für Forschung, Innovation, Jugend und Sport der Republik Malta, der das Trio des nächsten Ratsvorsitzes vertritt, und Philippe Muyters, flämischer Minister für Arbeit, Wirtschaft, Innovation und Sport in Belgien, als Sachverständiger auf Regierungsebene.

Die Vertretung und Koordination der EU im WADA-Stiftungsrat beruht auf einer Entschließung des Rates aus dem Jahr 2011. Diese Entschließung sieht vor, dass der Rat „bis zum 31. Dezember 2015“ eine „Bilanz der gewonnenen Erfahrung“ zieht und prüft, „ob Anlass besteht“, die durch die Entschließung festgelegten „Vereinbarungen zu überarbeiten“. Dies beabsichtigt der luxemburgische Ratsvorsitz im Hinblick auf eventuell vorzuschlagende erforderliche Anpassungen zu tun.

Die Beziehungen zur Sportbewegung

„Da es sich um aktuelle Themen in Sachen Governance im Sport handelt, haben zahlreiche Delegationen, unter Wahrung der Grenzen ihrer Zuständigkeiten, ihre Hauptanliegen und ihren Appell an die Welt des Sports, auf die Einhaltung der Grundsätze der Ethik und Integrität des Sports auf allen Ebenen zu achten, vorgebracht“, erläuterte Romain Schneider.

Der Ratsvorsitz möchte weiterhin den Dialog zwischen der Sportbewegung, den öffentlichen Behörden und den europäischen Institutionen stärken. Daher erging die Einladung an vier führende Personen der europäischen und internationalen Sportverbände - Folker Hellmund, Leiter des Büros der Europäischen Olympischen Komitees, Gianni Infantino, UEFA-Generalsekretär, Bernard Lapasset, Vorsitzender des Rugby-Weltverbandes, und André Meyer, Präsident des europäischen Volleyballverbandes -, die nun gekommen waren, um den Ministern ihre Erwartungen an die Politik mitzuteilen, insbesondere im Hinblick auf eine größere Anerkennung der Spezifität des Sports im Rahmen des Artikels 165 des Vertrags von Lissabon.

„Die Priorität, die der lokalen Ausbildung junger Spieler beizumessen ist, die Frage des finanziellen Fairplay und die Probleme in Bezug auf den Besitz von Spielern durch Dritte wurden so in Anwesenheit der Vertreter der Sportbewegung erörtert“, teilte Romain Schneider mit.

Die Beziehungen zum Europarat in Bezug auf Sportangelegenheiten

Romain Schneider, Luxemburgs Minister für Sport mit Dorata Idzi, stellvertretende Staatssekretärin des polnischen Ministeriums für Sport und Tourismus
© eu2015lu.eu / Charles Caratini
Zwischen den Ministern und Anne Brasseur, der Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, fand ein Austausch statt, um eine noch engere Abstimmung mit dieser Institution anzustreben, insbesondere in Bezug auf ihren gemeinsamen Kampf gegen die negativen Aspekte des Sports, wie Gewalt, Doping oder die Manipulation von Sportwettbewerben.

Luxemburg, Spanien und Polen unterzeichnen das Übereinkommen über die Manipulation von Sportwettbewerben

Am Rande des Treffens unterzeichneten Luxemburg, Spanien und Polen das Übereinkommen des Europarates über die Manipulation von Sportwettbewerben. Das Ziel ist, „so einen europäischen Unterzeichnungsprozess in Gang zu setzen“, erläuterte Romain Schneider. Dieses Übereinkommen zielt darauf ab, die Manipulation von Sportwettbewerben zu verhüten, aufzudecken sowie disziplinarisch und strafrechtlich zu sanktionieren, und den Informationsaustausch sowie die nationale und internationale Zusammenarbeit zwischen den betreffenden öffentlichen Behörden und mit den Sportorganisationen und Betreibern von Sportwetten zu stärken. Es wurde bereits von neun anderen EU-Staaten (Deutschland, Bulgarien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Litauen, den Niederlanden und Portugal) sowie von neun Nicht-EU-Staaten unterzeichnet.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 08-07-2015