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Konferenz des CEJA - Der Minister für Landwirtschaft Fernand Etgen betont die Notwendigkeit, „der jungen Generation die Mittel an die Hand zu geben“, damit sie die europäische Landwirtschaft voranbringen kann

02-07-2015

Fernand Etgen, Minister für Landwirtschaft, Weinbau und Verbraucherschutz bei der Konferenz des Europäischen Rats der Junglandwirte (CEJA) am 2. Juli 2015
Am 2. Juli 2015 wurde unter Schirmherrschaft des luxemburgischen Vorsitzes im Rat der Europäischen Union vom Verband der Luxemburger Jungbauern und Jungwinzer (Association des jeunes agriculteurs et viticulteurs)  und von der Luxemburger Bauernjugend der Bauernzentrale (Service Jeunesse de la Centrale Paysanne) in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Rat der Junglandwirte (CEJA) eine Konferenz zum Thema „Empowering young farmers – a pillar of Europe 2050“ in Ettelbrück (im Norden Luxemburgs) organisiert. Bei der Konferenz sollten Themen in Zusammenhang mit der Entwicklung der Junglandwirte in Europa erörtert werden.

In seiner Eröffnungsrede wies der luxemburgische Minister für Landwirtschaft, Weinbau und Verbraucherschutz Fernand Etgen darauf hin, dass „der jungen Generation die Mittel an die Hand zu geben“ sind, damit sie die europäische Landwirtschaft voranbringen kann. „Wir müssen unterstützen, dass die junge Generation unsere Nachfolge antritt, und alle Mechanismen in Gang setzen, die möglich sind, um die Etablierung von Junglandwirten im Agrarsektor zu erleichtern“, erläuterte er. Nach Ansicht des Ministers ist es nicht ausreichend, lediglich Mechanismen für eine finanzielle Unterstützung der Junglandwirte einzurichten. Er vertritt die Auffassung, es müsse ebenso „eine fundierte Ausbildung der jungen Generation“ sichergestellt und gefördert werden sowie „eine optimale Beratung“ bei der Übernahme eines Betriebes gewährleistet werden.

„Für die Schaffung eines nachhaltigen Europas werden die heutigen Junglandwirte morgen wichtig sein“, betonte Jeff Boonen, Präsident des Verbandes der Luxemburger Jungbauern und Jungwinzer, in seiner Eröffnungsrede.  Seiner Auffassung nach steht der Agrarsektorvor „enormen“ Herausforderungen im Hinblick auf die Erzeugung von hochwertigen Nahrungsmitteln zu erschwinglichen Preisen. „Der Liberalisierungsprozess ermöglicht es Europa, für neue Märkte zu produzieren, dies hat aber eine steigende Volatilität der Preise zur Folge“, erläuterte er. Die größte Herausforderung bleibt für ihn der Umweltschutz, der wiederum „erhöhte Erzeugungskosten“ nach sich zieht.

Vor diesem Hintergrund „werden die Junglandwirte benötigt, um diese Herausforderungen zu meistern, denn sie verfügen über einen innovativeren und fortschrittlicheren Unternehmensgeist“, betonte Jeff Boonen, der bedauerte, dass in der EU nur 6 % der Landwirte jünger als 35 Jahre sind. Aus diesem Grund müssen seiner Meinung nach die Gespräche über die Unterstützung von Junglandwirten fortgesetzt werden. Für Jeff Boonen ist es unerlässlich, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ein größeres Budget für Junglandwirte einplant.

Die Prioritäten des luxemburgischen Ratsvorsitzes im Bereich der Landwirtschaft

Jeff Boonen, Vorsitzender der Lëtzebuerger Jongbaueren a Jongwënzer, bei der Konferenz des Europäischen Rats der Junglandwirte (CEJA) am 2. Juli 2015
Fernand Etgen stellte anschließend die Schwerpunkte des Programms des luxemburgischen EU-Ratsvorsitzes im Bereich der Landwirtschaft vor, insbesondere die Straffung der Texte zur GAP, die Verabschiedung eines neuen Rahmens für die biologische Erzeugung sowie die Überwachung der Auswirkungen des russischen Embargos auf bestimmte Agrarerzeugnisse der EU und des Auslaufens der Milchquoten. Zu den Prioritäten des luxemburgischen Ratsvorsitzes zählt weiterhin, die Gespräche über Schulprogramme für Obst, Gemüse und Milch zu einem Abschluss zu bringen, was nach Auffassung des Ministers „ein sehr nützliches Instrument zur Sensibilisierung der Jugend“ für die Nachhaltigkeit von Lebensmitteln sowie zur Verbesserung des Images der Landwirtschaft ist.

Der luxemburgische Ratsvorsitz wird zudem eine Einigung mit dem Europäischen Parlament in erster Lesung in Bezug auf die zu verabschiedenden neuen Vorschriften für den phytosanitären Schutz anstreben und versuchen, den Gesetzgebungsvorschlag über die tierzüchterischen und genealogischen Bedingungen für den Handel und die Einfuhr von Zuchttieren voranzubringen. „Wir sind außerdem auf gutem Weg, die Rechtstexte über Fütterungsarzneimittel und Tierarzneimittel fertigzustellen“, fügte der Minister noch hinzu.

Zudem, so betonte Fernand Etgen, sei die weltweite Herausforderung des Klimawandels ebenso „während des gesamten Ratsvorsitzes ein prioritäres und horizontales Anliegen“. Für den Minister nimmt die Landwirtschaft nicht nur auf lokaler oder regionaler Ebene einen wichtigen Stellenwert ein, sondern es handelt sich seiner Auffassung nach darum, „in einer zunehmend globalisierten Welt diesbezüglich auch auf internationaler Ebene“ Verantwortung zu übernehmen.

Die zukünftige Entwicklung der europäischen Landwirtschaft muss seiner Meinung nach im Rahmen der Nachhaltigkeit unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und sozialen Dimension sowie der Gesundheits- und Umweltaspekte erfolgen. „Dies ist der Kontext, in dem die Gemeinsame Agrarpolitik zu den allgemeinen politischen Zielsetzungen der EU beitragen muss“, erklärte der Minister.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 03-07-2015