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"Das nachhaltige Wachstum Afrikas kann nur durch eine Entwicklung der lokalen Wirtschaft in Afrika entstehen", bekräftigte Romain Schneider bei der Eröffnung des Afrika-Tages 2015

09-07-2015

Mit dem Ansatz, "ein integratives Wachstum in Afrika zu stimulieren" eröffnete der Minister für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Angelegenheiten, Romain Schneider, am 9. Juli 2015 an der Seite von Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) und von Phil Hogan, europäischer Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, den Afrika-Tag. Das Ziel dieser Konferenz, die durch die Europäische Investitionsbank (EIB) im Rahmen der luxemburgischen Ratspräsidentschaft der Europäischen Union organisiert wird, dient dem Austausch von kommerziellen Best-Practice-Beispielen auf dem afrikanischen Kontinent.

Romain Schneider, Minister für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Angelegenheiten, bei der EIB am 9. Juli 2015, für die "Africa Day"
(c) EIB
Welche Möglichkeiten gibt es in Afrika? Welche Investitionen sind notwendig, um dem Kontinent Wohlstand zu bringen? Welche Aktionspläne sind am besten, um ein nachhaltiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern? Wie können die Institutionen der Entwicklungsfinanzierung die Akteure des privaten Sektors unterstützen und Finanzmittel und Instrumente für eine ökonomische Weiterentwicklung Afrikas mobilisieren? Dies sind einige der Fragen dieses Tages, an dem die Vorstandsvorsitzenden und Finanzvorstände sowohl von europäischen, als auch afrikanischen Unternehmen, teilnehmen.

Eine Konferenz, die für Romain Schneider "genau im richtigen Zeitpunkt kommt", da sie am Anfang einer Präsidentschaft stattfindet, die das Europäische Jahr der Entwicklung 2015 als einen Schwerpunkt setzen möchte. Die dort stattfindenden Diskussionen finden im Vorfeld der Konferenz der Vereinten Nationen in Addis Abeba über die Entwicklungsfinanzierung statt, sowie des Sondergipfels der UNO im September über die nachhaltige Entwicklung in New York, dessen Ziel die Festsetzung neuer Ziele für eine nachhaltige Entwicklung ist.

In diesem Zusammenhang unterstrich Romain Schneider, dass die öffentliche Entwicklungshilfe eine wesentliche Rolle spielt, sie aber allein nicht ausreichen wird, um eine nachhaltige und integrative Entwicklung bis 2030 zu finanzieren. Zudem führte der Minister aus, dass die Transfers von Migranten und ausländische Direktinvestitionen zwar eine wichtige Rolle spielen, die Lösung jedoch nicht allein durch externe Geldmittel kommen kann.

"Die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas braucht starke Institutionen, die den Rechtsstaat garantieren und ein Geschäftsklima, das den Bedürfnissen kleiner und mittlerer Unternehmen entspricht"

 "Das nachhaltige Wachstum Afrikas kann nur durch eine Entwicklung der lokalen Wirtschaft in Afrika entstehen", schätzt Romain Schneider und zitiert eine Zahl der Afrikanischen Entwicklungsbank, die für die afrikanischen Länder in 2014 ein durchschnittliches Wachstum von 5 Prozent errechnet hatte. "Dieses Wachstum wird vor allem durch den privaten Sektor getragen und wird nur durch diesen nachhaltig sein. Es geht also darum, dieses Wachstum zu verstetigen und es für die am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen, um sie aus der Armut zu holen und ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen", warb Romain Schneider, der seine Eröffnungsrede mit zahlreichen Beispielen von Aktionen untermalte, die im Rahmen der luxemburgischen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt werden, darunter in Senegal, Mali, in Burkina Faso, Nigeria oder in der Republik Cabo Verde.

"Die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas braucht starke Institutionen, die den Rechtsstaat garantieren und ein Geschäftsklima, das den Bedürfnissen kleiner und mittlerer Unternehmen entspricht", erkärte Romain Schneider, der das Ziel darin sieht, "Afrika den Schritt vom Export von Rohstoffen hin zur Transformation und Beförderung von Produkten auf dem afrikanischen Markt und dem Weltmarkt zu ermöglichen". Er führte aus, dass die Unterstützung lokaler Wertschöpfungsketten daher wesentlich sei, um Mehrwert und Reichtum zu schaffen und nannte dabei die ländliche Entwicklung als Beispiel, die ganzheitlich betrachtet werden kann, indem Wertschöpfungsketten des Nahrungsmittelsektors von der Produktion bis zum Vertrieb unter Einbeziehung der Weiterbildung unterstützt werden. Eine der Bemühungen Luxemburgs besteht darin, Verbindungen zwischen dem Bildungssektor und der Wirtschaftswelt entstehen zu lassen und diese zu verstärken, so dass Jugendliche in den Berufen ausgebildet werden, die in der Wirtschaft gebraucht werden.

Der Minister nannte zahlreiche Herausforderungen um das enorme Potenzial Afrikas zu entwickeln, darunter den Zugang zu Strom, der 2013 in Afrika südlich der Sahara bei 24 Prozent lag. Romain Schneider forderte die Entwicklung nachhaltiger Energien, um den Haushalten Zugang zu Strom zu ermöglichen und ebenso, um die Produktionskosten von afrikanischen Unternehmen zu senken.

"Investitionen in die Infrastruktur wie Straßennetze, Häfen und Flughäfen sind weiterhin grundlegend, um die afrikanischen Volkswirtschaften aus ihrer Isolierung zu befreien und ihnen einen Zugang zum Weltmarkt zu geben", erklärte der Minister und unterstich dabei die wichtige Rolle der EIB in dieser Hinsicht, da sie viel in diesem Bereich investiert und dies oft in einem partizipativen Rahmen in öffentlich-privaten Partnerschaften. Romain Schneider setzte einen Schwerpunkt auf Kommunikationstechnologien (KIT), "ein grundlegender Bereich, ebenso für das Funktionieren des Staates, wie für die Entwicklung der Wirtschaft".

"Ein Finanzsystem, das den Bedürfnissen der Bevölkerung und der Nachfrage des privaten Sektors entspricht, ist ein anderer wichtiger Faktor", führte Romain Schneider aus, der mit Freude sieht, dass sich der integrative Finanzsektor Afrikas stark entwickelt. Dies sei ein Bereich, in dem Luxemburg besonders durch eigenes Know-How glänzt.

"Die Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und den afrikanischen Mittelmeerstaaten ist wesentlich für eine integrative Entwicklung in diesen Regionen und trägt dort mit Sicherheit zur Stärkung des Friedens und der Sicherheit bei", fügte der Minister noch hinzu, bevor er zum Abschluss seine Hoffnung ausdrückte, dass die Diskussionen an dem Tag "aufzeigen werden, wie die Institutionen des Finanzsektors und die Agenturen der Entwicklungszusammenarbeit den privaten Sektor besser einbeziehen und so ein integratives Wachstum in Afrika stimulieren können".

  • Letzte Änderung dieser Seite am 10-07-2015